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„Race Across America 2021 war unser Traum“

Die Extremradfahrer Markus K. Brandl und Kurt Matzler haben sich intensiv auf das RAAM 2021 vorbereitet. Aufgrund der COVID19 Lage gibt es nun für die beiden keine Einreisegenehmigung, weshalb die Teilnahme kurzfristig abgesagt werden musste. Im Interview erzählen sie über ihre Motivation sowie ihre physische und mentale Vorbereitung für das härteste Radrennen der Welt und welche Projekte nun stattdessen am Plan stehen.

 

Das RAAM ist für alle Teilnehmer eine enorme Herausforderung und eine unvorstellbare körperliche Belastung. Woher nehmt ihr die Motivation euch so einer extremen Rad-Challenge zu stellen?

Markus: Ich sehe das nicht als Belastung! Ich liebe das, was ich tue, egal ob beruflich oder privat. Das RAAM ist schon immer ein Traum von mir gewesen, den ich mir bereits 2019 erfüllen durfte. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch ganz außergewöhnliche Leistungen bringen kann, wenn er den Fokus darauf legt. Nun da, wir nicht einreisen dürfen, nutze ich meine körperliche Hochform und starte stattdessen beim Race Around Germany.

Kurt: Für jeden Rennradfahrer ist das RAAM das Größte. Es gibt weniger Bezwinger des Mount Everest pro Jahr als Solo-Finisher des Race Across America. Alleine die Vorstellung etwas zu schaffen, das nur die Wenigsten können, ist unglaublich motivierend. Was für mich aber das Besondere ist, dass ich das Privileg habe, diese Leidenschaft für Ultracycling mit einem großen Spendenprojekt zu verbinden. Gemeinsam mit einem internationalen Team sammle ich Spenden zur Ausrottung der Kinderlähmung. Bereits vier Mal haben wir in einem 4er-Team am RAAM teilgenommen, dieses Mal wäre ich alleine gefahren, schade, dass mir jetzt Corona einen Strich durch die Rechnung macht. Ich drücke allen Startern beim RAAM die Daumen und überlege mir nun alternative Rennprojekte, wo ich mein volles Potenzial zeigen kann. Das Race Around Austria steht jedenfalls am Programm.

 

Kurt, bitte erzähle uns etwas mehr zu diesem CHARITY-PROJEKT.

Kurt: Als Rotary Team sammeln wir Spenden für das Rotary Projekt zur Ausrottung der Kinderlähmung. Seit 2016 haben wir über 3 Millionen Dollar gesammelt. Die Bill & Melinda Gates Foundation hat dabei unsere Spenden verdreifacht. Über 5 Millionen Kinder konnten damit geimpft werden. Für 2021 haben wir das Ziel, 1 Million Dollar zu sammeln. Mit diesen Spenden können Impfstoffe gekauft und unzählige Kinder vor dieser schrecklichen Krankheit geschützt werden. Das Spendenprojekt läuft natürlich weiter, auch wenn ich nicht beim RAAM 2021 starten darf.

 

Wie habt ihr euch auf dieses Radrennen vorbereitet?

Kurt: Für ein derartiges Rennen trainiert man über Jahre. 2019 fuhr ich das Race Across Italy, 2020 das Race Around Austria mit seinen 2.200 Kilometern und 32.000 Höhenmetern. Pro Jahr sitze ich zwischen 20.000 und 25.000 Kilometer am Rennrad, im Winter gehe ich viele Skitouren und mit EMS mache ich Krafttraining für den ganzen Körper. Im Moment trainiere ich 20-25 Stunden pro Woche. Eine ideale Ernährung ist dabei essentiell. Nach jedem Training trinke ich den Fresubin Protein Energy Drink für Muskelaufbau und Regeneration, ebenso Glutamine Plus. Zudem Nahrungsergänzungsmittel wie OLEOvital Magnesium und den OLEOvital Vitamin D3+K2 Spray.

Markus: Ich habe mich 2013 nach einem Gespräch mit meinem Idol Wolfgang Fasching dazu entschieden das RAAM zu fahren. Die Vorbereitung für meinen ersten Start dauerten dann 6 Jahre, in denen ich einige Ultracycling Rennen gefahren bin (Glocknerman, Race across Germany Nord-Süd und West-Ost, Race around Austria und Race around Germany). Beim RAAM 2019 konnte ich dann leider nicht mein ganzes Potential abrufen, weil ich unter anderem mit der Verwertung der Nahrung Probleme hatte. Deshalb bin ich 2020 auch auf diese Trinknahrungen umgestiegen und unterstütze meinen Körper ebenso mit Eisen-, Magnesium- und Vitaminpräparaten. Wichtig ist, dass die Produkte optimal verträglich sind und gut schmecken. Wirklich ein Jammer, dass ich meine Leistung beim RAAM heuer nicht zeigen kann.

 

Was ist für euch während eines solch langen Rennens besonders wichtig?

Kurt: Entscheidend sind Ernährung und Regeneration. Man braucht zwischen 10.000 und 14.000 Kalorien pro Tag. Das kann man durch feste Ernährung gar nicht zu sich nehmen. Ich setze hier fast ausschließlich auf Fresubin Trinknahrung. Nachdem alles enthalten ist, was der Körper braucht, muss ich mir keine Gedanken mehr über eine ausgewogene Ernährung machen. Weiters ausschlaggebend ist die Regeneration. Meine Schlafstrategie ist 4h Schlaf pro Tag über die Mittagszeit, wenn es am heißesten ist. Dadurch bin ich zu Beginn deutlich langsamer als die meisten anderen, hole dann aber durch die bessere Regeneration im zweiten Teil des Rennens auf. Da Einschlafen ein Problem sein kann, nehme ich kurz vor der Schlafpause einen Sprühstoß Melatonin. Während ich schlafe, werde ich von meinen Masseuren im Betreuerteam massiert, damit sich auch Muskeln und Gelenke in dieser Zeit erholen können.

Markus: Um mein ganzes Potential abzurufen, sind mehrere Dinge wichtig. Erstens ein perfekt funktionierendes Team, das mich durch alle Hochs und Tiefs führt, die mentale sowie die körperliche Stärke. Speziell die Nahrungsaufnahme ist dabei entscheidend. Mit fester Nahrung belastet man den Körper zu viel, er braucht für die Verdauung wichtige Energie, die er besser an die Muskeln abgibt. Deshalb setze ich auf die Flüssignahrung von Fresubin. Sie enthält alles, um meinen Motor am Laufen zu halten. Meine Strategie ist 16/40 – 16 Stunden fahren 40 Minuten Pause, also ca. 35 Minuten schlafen. Bei Langstreckenrennen werde ich auch physiotherapeutisch mit OLEOvital Cetilar, einer Creme für Gelenke, Muskeln und Sehnen, behandelt sowie mit ätherischen Ölen, die nicht nur den Körper, sondern vor allem die Psyche ansprechen.

 

Welches zeitliche Ziel hättet ihr euch heuer für die rd. 5000 km quer durch Amerika gesetzt?

Markus: Ich hatte alles auf eine Zeit unter 9 ½ Tagen ausgelegt! Im Rennen gibt es aber auch sehr viele Faktoren, die man nicht beeinflussen kann (Wind, Wetter, …). Ich wollte unter den ersten 3 ins Ziel kommen! Jetzt werde ich mich stattdessen beim Race Around Germany beweisen und erhoffe mir dort eine Top-Platzierung.

Kurt: Mein Ziel war es, in weniger als 11 Tagen das Ziel zu erreichen. Im Schnitt muss man dafür ca. 450 Kilometer am Tag zurücklegen und 20 Stunden am Rad sitzen. Die Verhältnisse wie Hitze, Regen, Wind oder gar Schnee in den Rocky Mountains sind jedes Jahr unterschiedlich und auf diesen 5.000 Kilometern kann ziemlich viel passieren. Jeder RAAM-Teilnehmer muss flexibel sein und den Rennplan an die Bedingungen anpassen.

 

Danke, dass ihr euch Zeit für dieses Interview genommen habt. Wir finden es sehr bedauernswert, dass wir euch heuer nicht beim RAAM anfeuern können, drücken euch aber jedenfalls die Daumen für all die Rennprojekte, die ihr stattdessen bestreiten werdet.